Dienstag, 18 Oktober, 2016

Winterblues oder Winterdepression?

Winterblues - müde und schlapp

Ist es ein harmloser Winterblues oder schon eine Winterdepression? Viele kennen das typische Phänomen: Müde, niedergeschlagen, antriebsarm. Dann spricht man von einem Winterblues. Er  gehört zu den „Seasonal Affective Disorders“. Diese saisonal auftretenden Störung des Gefühlslebens ist eine wiederkehrende depressive Erkrankung, die aber meist im Frühjahr endet. Die Schätzungen gehen hier weit auseinander. Jeder dritte leidet angeblich unter der dunklen Jahreszeit, und etwa jede zehnte Depression, die im Winter auftritt, soll diesem Phänomen zuzurechnen sein.

Neben den bekannten Symptomen einer Depression wie einer gedrückten Stimmung, Antriebslosigkeit und Ängstlichkeit, kommen bei SAD aber Symptome hinzu, die für eine klassische depressive Störung atypisch sind,  wie Verlängerung der Schlafdauer, verstärkter Appetit auf Kohlenhydrate und Gewichtszunahme. Frauen sind übrigens viel häufiger von Winterblues und Winterdepressionen betroffen als Männer, und sogar Kinder und Jugendliche können erkranken. In südlicheren Ländern kommt diese Art der saisonalen Depression insgesamt seltener vor als in unseren Breiten und noch weiter im Norden.

Der Winterblues ist aber eine harmlosere und deutlich schwächere Form von SAD: Betroffene fühlen sich zwar antriebslos, missgelaunt und schleppen sich durch die dunklen Tage, richtig depressiv sind sie aber nicht. Unter Fachleuten wird diese milder verlaufende Form auch subsyndromale SAD (s-SAD) genannt.

Als Ursache von Winterdepression und Winterblues wird eine Störung des biologischen Tagesrhythmus durch  Klima und Lichtverhältnisse angesehen. Je nach Schweregrad werden kausale oder symptomatische Therapieansätze wie Lichtbestrahlung oder Antidepressiva eingesetzt. Daneben existiert eine ganze Reihe einfacher Maßnahmen, um vorzubeugen und Beschwerden zu lindern. Regelmäßige körperliche Aktivität und der tägliche Aufenthalt im Freien bei Tageslicht sind grundlegend.

An dieser Stelle sei nochmal zu sagen: Wir sind keine Fachleute, keine Ärzte und keine Psychotherapeuten. Wir können Euch motivieren, uns mit Euch austauschen, viele neue Dinge zusammen erleben – aber wenn Du nicht nur unter einem normalen Winterblues leidest, sondern wirklich Anzeichen einer echten Depression entwickelst, dann wende Dich bitte an Deinen Arzt.

                                                                                                                                        

 

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